Fachstelle : Maßstab Mensch

Martina Rasch

Über mich

Menschen weniger in ihren Problemlagen als in ihrem individuellen Entwicklungswillen wahrzunehmen – und gemeinsam individuelle Wege der sozialen Begleitung zu entwickeln und umzusetzen – das ist der Kern meiner Arbeit.

Ich bin Diplom‑Sozialarbeiterin und seit 2016 für die Fachstelle Maßstab Mensch in Niedersachsen tätig. Gemeinsam mit kleinbäuerlichen Landwirtschaften, Familien, Nachbarschaften und Menschen mit Behinderung suchen und entwickeln wir inklusive Orte zum Wohnen, Arbeiten, Mitgestalten und Leben.

In den vergangenen 10 Jahren ist mit der Fachstelle Maßstab Mensch ein lebendiges Netzwerk von Höfen der Sozialen Landwirtschaft entstanden – Orte, an denen Menschen und Landwirtschaft in ko‑kreativer Zusammenarbeit soziale Angebote entwickeln und verwirklichen. Hier entstehen neue Formen der Sozialen Arbeit, die konsequent individuell, jedoch nicht institutionell sind.

Mein beruflicher Weg

Mein beruflicher Weg begann in der Psychiatrie. Die ersten Erfahrungen im Ludwig‑Noll‑Krankenhaus in Kassel öffneten mir einen Blick auf Menschen in existenziellen Krisen – und darauf, wie sehr es auf eine zugewandte, klare und zugleich suchende Haltung ankommt.

Mein Anerkennungsjahr im Sozialpsychiatrischen Dienst in Bremen fiel in eine Zeit des Aufbruchs: Die Psychiatriereform forderte neue Wege, Menschen mit psychischen Erkrankungen zu begleiten. Es folgten drei Jahrzehnte bei der Gesellschaft für Seelische Gesundheit (ASB), in denen ich im Bremer Osten an der Entwicklung, Umsetzung und Organisation vielfältiger, neuer sozialer Angebote maßgeblich beteiligt war. Diese Atmosphäre des Mitgestaltens von Neuem hat mich geprägt.

Was all diese Situationen eint? Ich fühlte mich nie für die Aufgabenstellung vorbereitet. Und gerade das wurde zu einem wesentlichen Faktor meiner Arbeit. Immer ging es darum, im Tun zu lernen – Erfahrungen zu sammeln, aus ihnen Erkenntnisse zu gewinnen und daraus neue Formen der Unterstützung zu entwickeln. Diese Haltung begleitet mich bis heute: nicht aus fertigen Konzepten heraus zu handeln, sondern aus einer wachen Wahrnehmung dessen, was für die Weitertentwicklung gebraucht wird.

Was mich leitet

Was braucht ein Mensch, um sich entwickeln zu können, selbstbestimmt seinen eigenen Weg zu gehen und seinen Ort im Leben zu finden? Wen und was braucht er dazu? Und wie können wir Zusammenhänge bilden, die den Möglichkeitsraum für diese Entwicklungen bildet?

Diese Fragen leiten mich ebenso in der Beratung und Prozessbegleitung von Teams der Sozialen Arbeit wie in Forschung und Lehre.

Deshalb höre ich aufmerksam zu – den Erzählungen, Interessen und Fähigkeiten von Menschen und dem, was sich darin ausspricht und noch entdeckt und entfaltet werden möchte.

Geisteswissenschaftliche Grundlagen

Seit Beginn meiner praktischen Tätigkeit arbeite ich gemeinsam mit anderen – sowohl im Umkreis e.V. als auch über viele Jahre mit der Delos‑ Forschungsstelle für Psychologie, Eichwalde – an grundlegenden Fragen einer zeitgemäßen Anthropologie und Psychologie. Diese geisteswissenschaftliche Grundlagenarbeit steht in direktem Zusammenhang mit meiner Praxis, weil sie in meiner eigenen Selbst‑Entwicklung wirksam ist.

Sie verfeinert meine Wahrnehmungs‑ und Erlebensfähigkeit für individuelle Entwicklungswege – Fähigkeiten, die nötig sind, wenn es darum geht, neue Entwicklungen denken und ermöglichen zu können.

Website: Fachstelle Maßstab Mensch 

Potenziale der Sozialen Landwirtschaft

25. September 2024|0 Kommentare

Das Buch 'Potenziale der Sozialen Landwirtschaft' erscheint jetzt. Darin ein Beitrag von Martina Rasch zu Fragen der Finanzierung von individuellen Situationen auf Höfen. Christian Hofmann, Michael Spieker (Hg.) Potenziale der Sozialen Landwirtschaft Vielfalt und Anerkennung [...]

Entwicklungsort Umkreis

22. August 2024|0 Kommentare

Martina Rasch, 22. August 2024 (Titelbild: Elfi Wiese, Fotografie: Martina Rasch) Jeder Mensch braucht den anderen Menschen, um sich entwickeln zu können, so haben wir es im Umkreis vor gut 25 Jahren in einem unserer [...]

„Pioniere des Wandels“

29. April 2024|0 Kommentare

Helena Kass hat im Studiengang Landschaftsökologie an der Universität Münster ihre Bachelorarbeit zum Thema „Der Mirandahof in Niedersachsen, eine Solidarische und Soziale Landwirtschaft“ geschrieben. Aufmerksam auf uns wurde Helena auf der Tagung Soziale Landwirtschaft in [...]